Bericht unseres Team-Mitglieds

Fr.-W.Mainzer unter Zeichen Taubennschlag

2001

Trend

In diesem Jahr tauchte verstärkt neue Technik für den Alltag auf, vor allem die drahtlose Datenübertragung. Kabel sind out. Mit UMTS, GPSR und Bluetooth eröffnen sich neue Möglichkeiten für die mobile Kommunikation. Eine neue Technik wie Bluetooth kann für Hörgeschädigte neue Möglichkeiten eröffnen. Beim Studium in einer normalen Universität könnten hörgeschädigte Studenten mit Hilfe sogenannter "Schreibdolmetscher" per Notebook oder PDA / PAD via Bluetooth Vorlesungen folgen. Diese Technik ist erstmals in diesem Jahr aufgetaucht. Sie war ursprünglich sicherlich nicht für Hörgeschädigte konzipiert! Es gibt schon einige Muster für UMTS-Handys, jedoch kann man sie im Moment wegen fehlender Sendemöglichkeiten nicht ausprobieren. Einige neue Handys verfügen bereits über neue Verfahren wie GPRS, sodass man je nach Netzbetreiber Geschwindigkeiten bis zu 85,6 KB/s erreichen kannn. Aber man muss auf Zusatzkosten des Netzbetreibers achten! Jedoch ist GPSR für den Betrieb als Bildtelefon nicht geeignet!!!

Ich kann Ihnen die Webseite des T-Online-Messeberichts empfehlen. Darin kann man Projekte im Bereich UMTS und einige Neuheiten nachlesen! Hier....

Telekommunikation

Ich wurde von einem Mitarbeiter der Telekom darüber informiert, dass man SMS vom Handy auch an ein Festnetztelefon senden kann. Dafür sind allerdings spezielle Geräte der Firmen Telekom, Ascom oder Siemens erforderlich, die als Neuheit angeboten werden (siehe auch Pressemitteilung der Telekom). Bei ASCOM aus der Schweiz sieht man neue SMS-fähige Geräte, die Gehörlosen zugute kommen. Es handelt sich um die neue Modellreihe EURIT 565 und das WAP-fähige Telefon EURIT 4000. Die SMS-Sendungen gehen nur mit ISDN oder T-Net 100 (zusätzliche Leistungsmerkmale)! Die Telekom nimmt ein SMS-Gateway für das Festnetz ab Juli 2001 in Betrieb, jedoch werden vorerst nur für T-D1 - Kunden SMS-Sendungen freigegeben. Für andere Netzbetreiber wird es das kurze Zeit nach der Einführung aber auch geben! I

Auf der CEBIT erhielt ich die zweiseitige Unterlage "SMS im Festnetz" (siehe Seite 1 und Seite 2)

SMS-geeignete Telefone:
Siemens Gigaset 4015 (ab Juli 2001)
ASCOM EURIT 565 (ab Juli 2001)
Telekom T-Sinus 710 A (ab Juli 2001)
Telekom
T-Sinus 710 Komfort (ab Juli 2001)

Einen besonderen Hinweis erhielt ich von einem Telekom-Mitarbeiter, dass ein Notrufsystem für Hörgeschädigte von der Telekom in wenigen Monaten angeboten werden soll. Leider konnte ich nicht Näheres in Erfahrung bringen, doch bleibe ich am Ball.

WAP im Festnetz integriert
Ein veritabler Knüller kommt von Ascom: Im komfortablen ISDN-Telefon Eurit 4000 ist ein WAP-Browser integriert, mit dem man die fürs Handy optimierten Internet-Seiten aus dem Internet abrufen kann. So sind auch alle WAP-Anwendungen nutzbar wie etwa E-Mail und News-Dienste. Ein Scroll-Rad soll die Handhabung besonders einfach machen.
Abbildung: ASCOM EURIT 4000

Erstes DECT-Schnurlostelefon mit SMS- und Walkie-Talkie Funktion Siemens Gigaset 4015 Comfort: das weltweit erste schnurlose Telefon mit SMS- und Walkie-Talkie-Funktion. Siemens-Pressebild

Mit PDAs drahtlos kommunizieren.
Die Persönlichen Digitalen Assistenten rüsten auf. Sie dienen nicht mehr einzig und allein als Organizer. Zusatz-Hardware macht den PDA fit für die Zukunft. Aufsteckmodule für Technologien wie Bluetooth, GSM und GPRS sorgen bei vielen Handhelds für den reibungslosen Datenaustausch. Drahtlose Kommunikation und Telefonieren, wie mit einem normalen Handy, stellt so für die neuen PDAs keine Schwierigkeit dar. Beim Einsatz von Bluetooth kann man zwischen Kollegen kommunizieren, wenn Hörgeschädigte in einem Gebäude unterwegs sind. Es gibt genug Anbieter im Bereich PDA und PAD! Abbildung: Sony CLIE

Welche Vorteile hat die BLUETOOTH-Technik?

Handy

Im Zusammenhang mit "SMS im Festnetz" siehe Telekommunikation! SMS-Sendungen ins Festnetz sollen ab Juli 2001 an Empfänger mit SMS-geeigneten Telefonen in Betrieb genommen werden.

Für schwerhörige Autofahrer gibt es eine spezielle Freisprechanlage. Firma More Mobilfunkzubehör aus Troisdorf bietet eine Induktionschleife für HdO-Hörgeräte an.

Das more... HS-22 ist ein Headset, das für Träger von Hörgeräten entwickelt wurde. Ein rund 2 mm dicker Nylonbügel wird dezent über das Hörgerät (HdO) gelegt. Die Schallübertragung als solche erfolgt induktiv. Für den Betrieb des HS-22 sind keine Batterien oder andere Stromquellen erforderlich.

Internet

Älteren Hörgeschädigten ohne Computer-Vorkenntnisse kann man sogenannte computerlose Internetzugänge anbieten. Es handelt sich um ein drahtloses Webpad in DECT-Technik von der Telekom (ab sofort bestellbar bei T-Versand, Telekom Webpadlieferbar ab Juni 2001) und um das @PAD von ASCOM. @PAD von ASCOMDies wird drahtlos von einer DECT-Station aus entweder per ISDN oder per T-DSL eingesetzt. Solche WEBpads kosten im Moment ca. 2300 DM. An der USB-Schnittstelle kann man einen Drucker anschließen.

Besonders vielversprechend ist der Internetzugang über über die Stromleitung. Dieses Projekt heißt POWERLINE. Zur Zeit findet im Raum Baden-Württemberg ein Feldversuch statt. Es soll eine Geschwindigkeit von 4.5 MB/s erreicht werden, also fast so viel wie im T-DSL-Business-Bereich (siehe auch Pressemitteilung von ASCOM). Weitere Hinweise finden Sie bei POWERLINE und POWERLINENET. Vor der Einführung von POWERLINE müssen allerdings noch einige Störfaktoren ausgeschlossen werden. Es ist zur Zeit noch im Genehmigungsverfahren! Es wird aber nicht menr lange dauern bis zur Inbetriebnahme für alle Haushalte!

Zur Zeit läuft grade eine Betaversion des T-Online-Messengers (TOM), der auch die unter Hörgeschädigten beliebten Messenger ICQ und MSN miteinander verbinden kann, so dass drei verschiedene Messenger gleichzeitig betrieben werden können. Die anderen Fähigkeiten von ICQ sind jedoch nicht im TOM vorgesehen! Er sieht wie ein virtueller PDA auf dem Bildschirm aus. Als Betaversion ist TOM kostenlos: Betaversion TOM (Inzwischen Vollversion kostenlos!)

Ein Telekiosk - als Nachfolger der Telefonzelle - war auf der CEBIT auch zu sehen, jedoch sind die zukünftigen Standorte noch nicht bekannt. Man kann EMails offline schreiben und für 0,20 DM absenden! Emails kann man bei T-online auch via Webmail versenden. Beim Surfen zahlt man pro Webseite 0.20 DM (siehe Pressemitteilung). Solche Geräte könnten in allen öffentlichen Gebäuden installiert werden, jedoch zögert man aus Angst vor Vandalismus. Meiner Ansicht nach könnten solche Geräte im Hörgeschädigten- und Gehörlosenzentren installiert werden. Bislang taucht das Thema Telekiosk jedoch kaum in der Hörgeschädigtenszene auf! Es wäre schade, wenn es nur eine geringe Zahl von Telekiosken in öffentlichen Gebäuden gäbe.

 

Autor: Fr.-W.Mainzer @2001 am 13.04.2003 (angepasst und tote Link beseitigt!)

Email:Redaktion Deaftec