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| (zum Vergrößern die Bilder anklicken!) |
Auf den ersten Blick war es praktisch, auch der ungeduldig sofort
gestartete Versuch, mit einem Zweithandy zu videotelefonieren, löste
bei mir Begeisterung aus. Laut Werksangaben betrug die Übertragungsgeschwindigkeit
in beide Richtungen während des Testzeitraums 64 kbit/sek. Das war
schon etwas langsam (Vergleich: Die Modem-geschwindigkeit für
Verbindungen ins Internet beträgt 56 kbit/sek). Wenn man zu schnell
gebärdet, ist alles verschwommen bzw. man sieht starke Blockartefakte
(Pixelauflösung vergrößert sich aufgrund schlechter Komprimierung
stark). Wenn die Übertragung optimal ist, geht es schon einigermaßen
- wenn man langsam gebärdet. Das ist von einer reibungslosen Kommunikation
mit Gebärden via Videotelefonie noch weit entfernt. |
Bei der dürftigen Videoqualität muss man zudem schon eine optimale
Stellung haben, um ein gutes Videobild zu bekommen. Das heißt,
man muss das Videohandy irgendwo abstellen, z.B. auf einem Kasten,
damit das ganze Bild von sich selbst einschließlich beide Hände,
Kopf und Oberkörper aufgenommen wird.
Ein Video-Telefongespräch mit einem Handy in einem Ort 35 km
von Wien und dem anderen Handy im Zug zwischen Wien und dem südlichen
Ballungsraum verlief positiv. Kein Ausfall, kaum Verzögerung. Wie
bei üblichen Handys war die Videoqualität aber ganz schlecht, als
ich in einem chinesischen Restaurant war, einem Altbau mit dicken
Wänden.
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Für die Verwendung anderer Features war zu wenig Zeit vorhanden, da
die Nutzung sehr kompliziert ist. Selbst beim Verschicken von SMS
muss man mehr Tasten betätigen als vergleichsweise bei einem gängigen
Nokia-Modell. Der Nec e606 hat auch eine MMS-Funktion, Standbilder
und sogar Videobilder lassen sich aufnehmen und via MMS verschicken.
Aber wie gesagt war die Bedienung dieser Funktionen ziemlich kompliziert,
sodass ich nicht dazu kam, sie auszuprobieren. Das Modell Nec e606
verfügt intern über keine E-Mail-Funktion, erst das Nachfolgemodell
Nec e616 erhält dieses Feature.
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Absoluter Minuspunkt beim Testgerät: Der Akku war bei vollem Betrieb
bereits nach 1/2 Stunde leer. Es erscheint im Display ein Batteriesymbol
mit rotem Schrägstrich, wenn der Akku bald leer ist (siehe Bild).
Das Aufladen dauerte ca. 6 Stunden. Aus diesem Grunde hatten ich und
meine zweite Testperson das Handy immer am Netz angeschlossen, während
wir videotelefonierten. Das ist natürlich nicht im Sinne der
Handy-Nutzung!
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Info über das Tarifmodell
"3visuell" (PDF-Dokument), das nicht nur für Hörbehinderte gedacht
war:
Videotelefonie ist 66 Minuten inkludiert im Monat. Ich habe es trotz
dürftiger Qualität insgesamt ca. 3 Stunden in der Woche in Anspruch
genommen. 66 Minuten sind für Gehörlose eigentlich viel zu wenig,
wenn man bedenkt, dass Gehörlose genauso viel gebärden wie die Hörenden
am Handy sprechen. Jede weitere Minute Videotelefonie kostet 0,25
€, beim Sprechtelefonieren dagegen sind es 0,03 bzw. 0,07 €.
333 SMS ins eigene Netz und 333 SMS in andere Netze zusätzlich (also
insgesamt 666!) finde ich für meinen Gebrauch etwas zuviel. Das
passt eher zu Gehörlosen, die viele SMS verschicken. Weiters inbegriffen
im Pakt sind:
33 Downloads, 99 Infodienste und 99 E-Mails. Diese Funktionen habe
ich kaum verwendet. E-Mails lassen sich auf dem 3x4 cm großen Display
des Nec e606 bei weitem nicht so angenehm lesen wie auf einem PC-Monitor.
Mir wären 333 Minuten Videotelefonie im Monat lieber und auch jede
weitere Minute/MB sollte max. 0,1 € kosten.
Fazit: Es ist das erste Mal, dass Videotelefonie mit
einem für Hörbehinderte gedachten Tarifmodell auf den Markt kommen
wird, was durchaus positiv zu bewerten ist. Dass es überhaupt die
Möglichkeit gibt zu videotelefonieren, wird von den Hörbehinderten
positiv aufgenommen, aber es gibt doch einige Minuspunkte:
- An der Videoübertragungsgeschwindigkeit müsste man noch arbeiten,
damit es schneller geht.
- Für die Nutzung der anderen Möglichkeiten braucht man
viel Zeit, um sie zu verstehen.
- Besonders der Akku gehört erheblich überholt.
Tarifmodell
"3visuell" (nur für Österreich!)
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Nikolaus Riemer
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